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Daunenqualität
Die
Größe und Bauschfähigkeit der individuellen Flocken
(Daunenstückchen, nahezu ohne Federkiele) legen die Daunenqualität
fest. Größe und Bauschfähigkeit sind beide wichtig,
und treten nicht immer zusammen auf. Die endgültige Qualität
der Daunenfüllung wird von zwei einzelnen Faktoren bestimmt:
der ursprünglichen Qualität der Rohdaunen und deren Verarbeitung.
Rohdaunen
Alter
Das Alter, in dem die Vögel geschlachtet werden, ist einer
der wichtigsten Einflußfaktoren auf die Größe der
Daunenflocken. Je älter der Vogel, desto
größer die Flocken. Leider zielt die Fleischindustrie
in die andere Richtung, und moderne Intensiv-Zuchtmethoden haben
die Lebenszeit der Vögel ständig verringert - in besonders
"effektiven" Zuchtfarmen beträgt sie jetzt nur wenige
Wochen. Solche Methoden breiten sich langsam weltweit aus, und bringen
vielleicht, langfristig gesehen, schlechte Neuigkeiten für
die daunenverarbeitende Industrie.
Größe und Rasse
Generell sind die individuellen Daunenflocken
um so größer, je größer der Vogel ist.
Das ist eine der Hauptursachen dafür, daß Gänsedaunen
als überlegen gegenüber Entendaunen gelten- sie kommen
von einem größeren Vogel. Die Größe und Bauschfähigkeit
von Daunen variiert auch zwischen verschiedenen Vogelrassen.
Klima
Die Tendenz geht dahin, daß kälteres
Wetter längere und dichtere Daunenflocken bedingt. Allerdings
macht sich dieser Effekt eher in saisonabhängigen Unterschieden
in derselben Daune (Winter/Sommer) bemerkbar, als auf einer Weltkarte,
in der Daunenqualität auf ihren Ursprungsort bezogen wird.
Manch gute Daune kommt aus der Karibik oder Vietnam.
Enten/Gänse
Den bisherigen Ausführungen nach, müßte die ideale
Quelle für Rohdaunen eine alte Gans aus einer großgewachsenen
Rasse sein, die in Sibirien lebt. Bisher sind Versuche, eine solche
Quelle zu züchten, fehlgeschlagen. Momentan kommt die beste
Daunenqualität aus den Teilen Europas, wo die Winter kalt sind,
und Zuchtgänse ein bißchen länger leben dürfen.
Super-Quellen sind heutzutage rar, und die meisten Gänsedaunen
unterscheiden sich in Flockengröße und Performance nicht
oder nur kaum von Entendaunen. Es ist immer noch richtig, daß
die besten Gänsedaunen den besten Entendaunen überlegen
sind - aber unterhalb dieses heutzutage seltenen höchsten Qualitätslevels
verdient Gänsedaune ihren überlegenen Ruf normalerweise
nicht.
Verarbeitung
Die Verarbeitung hat mehr Einfluß auf die letztliche Qualität
der Daunen, als die meisten Leute glauben würden. Vom Rupfen
über Waschen, Trocknen, Entstauben, Sortieren bis hin zum Mischen
beeinflußt die Behandlung das letztliche Ergebnis.
Rupfen
Naß-Rupfen ist die normale Methode: es ist schnell und einfach
für die Nahrungsmittelindustrie, die einfach nur die Federn
loswerden will. Trockenrupfen ist
heutzutage selten geworden - leider, weil es die Daunen weniger
beansprucht.
Waschen
Rohgefieder hat, abgesehen davon, daß es dreckig ist, einen
der übelsten Gerüche der Welt. Die Daunenwäsche muß
daher ein sehr sorgfältiger, gleichzeitig
aber auch sehr vorsichtiger Prozeß sein - Dies ist
eines der Stadien, wo Daune ohne sorgfältige Behandlung beträchliche
Qualitätseinbußen erleiden kann.
Trocknen
Ein anderer wichtiger Prozeß, für den Spezialgeräte
nötig sind.
Sortieren
Nach dem Waschen und Trocknen wird das saubere Gefieder in eine
Kammer gegeben, in die von unten Luft geblasen wird. Das Gefieder
fliegt über und in eine Reihe von Behältern. Federn
(die schwersten Teile) fallen in den ersten Behälter, reine
Daunen (die leichtesten Teile) schweben bis zum am weitesten entfernten
Behälter.
Entstauben
Staub wird an vielen Stellen des Verarbeitungsprozesses routinemäßig
entfernt. Wenn das nicht sorgfältig durchgeführt wird,
bleibt im Endprodukt eine übermäßige Staubmenge
zurück.
Vermischen
Dieser Vorgang kreiert die speziellen Mischverhältnisse
von verschiedenen Daunen oder von Daunen und Federn. (80/20, 60/40
etc.) Sorgfältiges Mischen nach dem Sortieren und vor der Verpackung
ist auch nützlich, um sicherzustellen, daß innerhalb
einer Daunen-Charge gleichbleibende Qualität
herrscht.
Diese Auflistung von Schritten zur Daunenverarbeitung beschreibt
die Methoden, die generell verwendet werden. Natürlich gibt
es auch zusätzliche Elemente und regionale Variationen. Einige
Beispiele:
- Um Konsistenz zwischen Winter- und Sommerdaunen von derselben
Quelle sicherzustellen, bewahren manche Lieferanten Daunen über
Monate hinweg auf, und mischen sie im Laufe des Jahres.
- In Europa wird Gefieder sofort nach dem Naßrupfen dampfgetrocknet,
während es in China traditionell ausgebreitet wird und an
der Luft trocknet - eine Methode, die später im Reinigungsprozeß
extra Behandlung nötig macht.
- Eiderdaune wird von Hand aus den Nestern der Enten gesammelt,
und enthält viele Fremdsubstanzen, wie beispielsweise Zweige.
Die besonderen Eigenschaften dieser Daune lassen es nicht zu,
sie durch die Sortieranlage zu blasen, so daß solche Unreinheiten
von Hand entfernt werden müssen - ein langer und teurer Prozeß.
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